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mercredi 5 mai 2021

Ludwig II., ein Film von Otto Kreisler (1922) — Ein Artikel aus der damaligen Zeit.

 

Olaf Fjord

Ludwig II.

Auch diese Königstragödie wurde am Filmband festgehalten und so sehen wir nun die Leidensgeschichte ­ Ludwig II., der Idealist am Königs Königsthron, wie er allgemein genannt wurde, vor uns auf der Leinwand abrollen. Obschon im Volke selbst äusserst populär und beliebt, war er selbst zu schwach, um sich gegen seine neidischen, herrschsüchtigen Verwandten und seine geizigen, heuchlerischen Höflinge zu wehren. Und als er sah, dass er überall von Falschheit und Intriguen umgeben, zog er sich von allen Menschen zurück und lebte ganz still und einsam, ganz seinen künstlerischen Neigungen, die ihn in den Ruf eines Sonderlings brachten. Sein einziger Vertrauter war Richard Wagner, der Meister deutschen Heldengesanges, der auf seinen stundenlangen Spaziergängen durch Ludwig die ersten Inspirationen zu seinen weltberühmten Opern, Tannhäuser und Lohengrin, empfing. Durch seine unglückliche Liebe zu Elisabetzh, der späteren Kaiserin von Oesterreich, zog sich Ludwig noch mehr verbittert ­und enttäuscht in die Einsamkeit zurück, dazu trug noch der leichtfertige Missbrauch seines Vertrauens zu Sophie, der Schwester der Kaiserin, viel bei. Währenddessen schmiedete Prinz Luitpold Ränke und Pläne, um Ludwig zu entthronen. Der Umstand, dass im Hause Wittelsbach Irrsinnsfälle ­nicht selten waren, der Hinweis darauf, dass des Königs Bruder in geistiger Umnachtung dahinlebte, lieferten den Vorwand, Ludwig durch den landbekannten Irrenarzt, Professor Gudden, untersuchen und auf Schritt und Tritt bewachen zu lassen. Und schon nach einiger Zeit lässt der herrschsüchtige ­ Luitpold, Ludwig nach „Feststellung“ ererbten Wahnsinns auf dem Schlossberg am Starnberger See internieren, lässt sich zum Prinz ­ regenten des Landes ausrufen und reisst die Zügel der Herrschaft an sich. Die Baronesse von Turnau, eine Hofdame der Kaiserin Elisabeth, welche schon immer von tiefer, uneigennütziger Zuneigung zu dem königlichen Dulder erfüllt war, will zu ihm, um mit ihm die Einsamkeit ­zu tragen. Doch er, schon zweimal durch Frauenliebe enttäuscht, duldet kein Weib in seiner Umgebung. Sie verkleidet sich und tritt als Leibdiener in die Dienste des Königs, um stets um ihn sein zu können. Ein missglückter Fluchtversuch bringt ihr den Tod und mit ihr ist auch Ludwigs ­einziger Freund gestorben. Langsam erkennt er nun die ganze Tragik seines Schicksals, die ihm angetane Gewalt und Schmach. Gelegentlich eines Spazierganges am Starnberger-See stürzt er plötzlich einen Felsen hinab . . . So endet die Tragödie eines edlen Träumers, der, durch Geburt und Tradition hochgestellt, seinem Volke Führer sein sollte, jedoch Mensch bleiben wollte . . . Olaf Fjord, der, wie wir soeben erfahren, von der Sascha Film A. G. für ihren grossen Film „Sodom und Go Gomorrha“ als Darsteller einer der männlichen Hauptrollen verpflichtet wurde, spielt den König Ludwig. Josef Glücksmann seinen wahnsinnigen Bruder Otto, Gina Klitsch die Kaiserin Elisabeth, Franz Scherer den Kaiser Franz Josef, Paul Askonas den machtgierigen Luitpold, Baronesse Turnau wird von Thea v. Rosenquist dargestellt. Der Figur Richard Wagners und der des Fürsten Bismarck leihen Eugen Preis und Josef Schreiber ihre Charakterisierungskunst. Der Film ist ein Fabrikat der Wiener „Helios“  Filmgesellschaft unter der Regie Otto Kreislers und wird durch die „Filmzentrale“ vertrieben. R. W.

Quelle des Artikels : Die Filmwelt, Jahrgang 1922, 5.

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Hedwig Courths-Mahler veröffentlicht ihren romantischen historischen Roman "König Ludwig und sein Schützling" unter dem Pseudonym Hedwig Brand. Das Buch erschien 1911 bei Richard Hermann Dietrich in Dresden, am 25. Jahrestag des tragischen Todes des Königs, der sich am 13. Juni 1886 im Starnberger See ereignete. Der Schützling des Königs ist das Kind eines Försterehepaares, das in einem Wald bei Schloss Hohenschwangau lebte. Der König freundet sich bei einer zufälligen Begegnung mit dem Mädchen an und will ihr die bestmögliche Ausbildung zukommen lassen. Das kleine Mädchen, Walpurga Malwinger, genannt Burgerl, war musikalisch und gesanglich begabt und der König förderte ihre musikalische Ausbildung. Das Kind wuchs zu einer schönen jungen Dame heran. Eines Tages hörte Richard Wagner sie singen und geriet sofort in den Bann ihrer wunderbaren Stimme.

Ein Buch, das Freunde von Ludwig II. und Richard Wagner begeistern dürfte.

ISBN 9783753464282

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