mardi 27 mars 2018

Gregor Samarow, Gipfel und Abgrund, Zeitroman über König Ludwig II.

Einer der ersten Romane über König Ludwig II



Oskar Meding

(auch: Gregor Samarow, Detlev von Geyern, Walter Morgan, Kurt von Walfeld, Leo Warren)

Geboren am 11.4.1829 in Königsberg; gestorben am 11.7.1903 in Charlottenburg.

Der Sohn eines ostpreußischen Regierungspräsidenten studierte Jura und Volkswirtschaft in Königsberg, Heidelberg und Berlin. 1851 trat er in den preußischen Justizdienst, später in den Verwaltungsdienst ein. Unter der Regierung von Manteuffel war er u.a. mit dem Ausbau einer konservativen Publizistik beschäftigt. Wegen der liberalen Politik unter Prinzregent Wilhelm trat er 1859 in die Dienste Georgs V. von Hannover über. Dort wurde er 1863 Regierungsrat des Gesamtministeriums mit direktem Vortragsrecht beim König; er war vor allem mit Sonderaufgaben betraut, u.a. mit dem Aufbau einer Regierungspresse. Nach dem Scheitern der von ihm 1866 vertretenen Neutralitätspolitik begleitete er den König in den Feldzug und später ins Exil nach Hietzing. 1867-1870 vertrat er die welfischen Interessen politisch und publizistisch in Paris und vermittelte in Berlin Amnestie und Versorgung für die Offiziere der aufgelösten welfischen Legion. Als freier Schriftsteller lebte er 1873-1879 in Berlin, danach auf einem Schloß bei Hannover, nach seinem wirtschaftlichen Zusammenbruch ab 1900 in Charlottenburg. (Quelle: Projekt Gutenberg)


Auszüge aus dem Roman Gipfel und Abrund, Zeitroman über König Ludwig II., 1888






Seine Majestät der König Ludwig Il. sagten dem Herrn Hofrath Düfflipp:

"Sie wissen, daß ich mit Ihnen schon über die Idee sprach, auf den Felsen dort, der die Trümmer der Burg von Vorderschwangau trägt, in welcher die Hohenschwangauer einst gesessen haben, eine neue Burg aufzurichten."

" Die mir vorgelegten Pläne hatten nicht ganz meinen Beifall. Es muß etwas Besonderes da oben stehen. "

"Der Bau muß in sich vereinigen das alte Ritterthun! - die Sagen der Feenwelt und königlichen Herrlichkeit. Man muß es sehen weithin, daß auf der Spitze des Felsens ein König sitzt statt der Ritter, und doch darf keine schwerfällige Pracht den zauberischen Duft der Märchenwelt verscheuchen."

"Schon sehe ich’s leuchtend emporragen von hoher-, unnahbarer Felsenspitze, wie vom Schwanenflug davon getragen , hoch über allem niederen Erdenleben , und doch wieder so warm und treu umgeben von den alten Bergen, den Gütern der besten Kraft des Volkes - ein ächter und rechter Königsfitz luftig und leicht in die Wolken steigend, und wurzelnd im Felsengrunde des Vaterlandes.«

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Der gute Bauer fügte zu: "Seht lieb muß der liebe Gott das Bayerland haben , daß es ihm einen solchen Herrn gegeben hatl Es gibt ja große und mächtige Regenten, aber ob es noch so einen gibt wie unseren Herrn, möchte ich nicht glauben! 

So einen, zu dem man aufschaut, als blicke man in den lichten Himmel des lieben Herrgottes hinein, und der doch wieder so einfach und so fromm und treu vor uns steht, als ob er so ganz zu uns gehörte, und gar nichts anderes und mehr wäre als ein Bauer."

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Als von der Krankheit des Prinzen Otto gesprochen wurde, sagten feine Majestät der König Ludwig II.: 

"Ein Gruß - ein Wort - ein Blick - ein Ton von befreundeter Stimme - das ist die Arznei für den
kranken Geist."

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